KUNSTRAUM AM SCHAUPLATZ

"Der Körper weiß zuweilen mehr, als sich in Worte fassen lässt oder nur unzureichend beschrieben werden kann. Bilder, zumal Zeichnungen, vermögen etwas zu leisten, das diesen Beschränkungen nicht unterworfen ist. So scheinen, anhand von Zeichnungen, oft Körper zu Körper zu kommunizieren, um ihr Wissen zu teilen. Das ist auch einer der Gründe, warum uns durch Kunst Erfahrungen zugänglich sind, die wir schwer mit Worten ergründen können.

Eine der hauptsächlichen künstlerischen Ausdrucksweisen von Viktoria Tremmel ist die Zeichnung, die sie als ein Medium betrachtet, das die Entäußerung unmittelbarer Erfahrungen ermöglicht. In einigen Fällen entstehen daraus auch Objekte. In ihrem zeichnerischen Oeuvre lassen sich zwei, sich ergänzende Bildfindungsstrategien, identifizieren. Einerseits sind es, fast ungelenk eindrucksvoll wirkende Zeichnungen, die zu Wortfindungen als Titel drängen und assoziativ sehr aufgeladen sind. Andererseits gibt es auch kalkulierte Zeichnungen, die sich des Repertoires der allgegenwärtigen medial vermittelten Bilder, bedient. Aus einzelnen Elementen dieses visuellen Kosmos unserer Alltagswelt komponiert sie Zeichnungen. Mit befremdlichen Qualitäten aufgeladen, und zusammen mit der Begriffspoesie der Bildtitel, entsteht so ein Schwingungsgefüge assoziativer Resonanzen. So entstehende manche irritierende Momente die im Bewegungsfluss von Bedeutungen in der Oberfläche des Selbstverständlichen Risse erzeugen, durch welche wunderbare und zuweilen abgründige Welten aufleuchten."

Kurt Kladler über die Arbeit von Viktoria Tremmel

 

Installantionsansichten "Phantom Limbs", Kunstraum am Schauplatz, 2015








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